Customer Centricity Methoden Nutzerzentrierung

Lassen Sie uns über Gefühle reden.

Jedes gute Produkt baut darauf auf, dass es ein relevantes Nutzerproblem löst. In Kürze zusammengefasst hat dies eine faktische Komponente - mein Problem ist gelöst - und eine emotionale Komponente - die Lösung fühlt sich gut an.

Vermutlich ein mutiger Einstieg, wenn man Juristen als Zielgruppe erreichen möchte. Dennoch. Das richtige Gefühl zu erzeugen ist ein zentraler Erfolgsfaktor von Produkten und Services. [1]

Gute Produkte lösen relevante Probleme.

Jedes gute Produkt baut darauf auf, dass es ein relevantes Nutzerproblem löst. In Kürze zusammengefasst hat dies eine faktische Komponente – mein Problem ist gelöst – und eine emotionale Komponente – die Lösung fühlt sich gut an.

Ein einfaches Beispiel aus Ihrem Alltag.
Das Produkt „Rechtsberatung“ ist für einen konkreten Mandanten relevant gelöst, wenn der Anwalt das faktische Problem löst (Expertise im notwendigen Rechtsgebiet) und das richtige Gefühl vermittelt (der Anwalt ist „der richtige Typ“ für das Thema).

Bei digitalen Lösungen ist das richtige Gefühl sowohl für die Funktionalität als auch für die Inhalte und Benutzeroberfläche relevant.

Mit einem sehr plakativen Beispiel veranschaulicht sehen Sie, dass bei der nachstehen Varianten dasselbe (fiktive) Problem lösen: Es soll digital eine Klage eingereicht werden. Jedoch sprechen die Varianten völlig unterschiedliche Nutzertypen an.

Relevanz von Legal Tech Lösungen durch Sprache, Bildwelten und Farbgebung
Relevanz durch Sprache, Bildwelten und Farbgebung.
Photo by Drew Coffman on Unsplash, Photo by Marc-Olivier Jodoin on Unsplash

Daher ist es essentiell wichtig für erfolgreiche Legal Tech Lösungen, dass Sie Empathie entwickeln, die Perspektive wechseln und verstehen, wie sich eine relevante Lösung für den Nutzer anfühlen muss.

Moodboards schaffen Empathie.

Ein einfacher Weg, Empathie für Ihre Zielgruppe zu entwickeln, sind Moodboards. Und ganz nebenbei sind sie schnell erstellt und lösen ein weiteres Problem: Das gesamte Projektteam entwickelt EIN gemeinsames Bild, wie sich relevante Lösungen für Nutzer anfühlen müssen.

Moodboards erwecken die Kunden zum Leben
Moodboards erwecken die Kunden zum Leben

Denn eine große Herausforderung in Projekten ist oftmals, dass sich das Projektteam viele Gedanken darüber macht, was der Kunde (egal ob intern oder extern) eventuell gut finden könnte, allerdings gar kein „Gefühl“ – Empathie – für die Zielgruppe entwickelt hat und somit aus der eigenen Perspektive Ideen entwickelt.

Die Erstellung von Moodboards ist ein einfaches und unterhaltsames Mittel, um aus Einzelpersonen ein Team mit einer gemeisamen Perspektive zu formen. In weniger als einer Stunde.

Ein überzeugendes Argument, dieser Methode eine Chance zu geben, oder?

Moodboards eigenen sich grundsätzlich für jede Zielgruppe / Persona. Je stärker sich die Zielgruppe vom Typ „Anwalt“ unterscheidet, desto überzeugender ist das Ergebnis.

So gelangen Sie in drei einfachen Schritten zum Moodboard.

  1. Skizzieren Sie kurz und knapp eine „Persona“, die repräsentiv für die Zielgruppe Ihrer Problembetrachtung steht.
    Beispiel: Wir wollen den Gründungsprozess für GmbHs effizienter gestalten.
    Kernzielgruppe „Junge Startup-Gründer“, unsere Persona:
    Chris Meyer, 28. Ehemaliger Berater bei einer Consultingfirma, gründet nun ein Blockchain Start-up mit zwei Freunden.
  2. Gehen Sie in ein Zeitschriftengeschäft und kaufen Sie ein paar Magazine, die unsere Persona vermutlich liest (bspw. Business Punk, T3N, …)
  3. Und nun suchen Sie alles aus der Zeitung, was unsere Persona anspricht (Headlines, Bilder, Logos) und kleben Sie auf ein Brownpaper ein Moodboard.

Das mag im ersten Moment sehr verspielt wirken. Das ist es auch.
Aber dadurch wird der Kunde im Raum lebendig und Sie verlassen Ihre eigene Perspektive und entwickeln gemeinsam mit Ihren Kollegen ein gemeinsames Bild, für wen die Lösung entsteht und was sich „gut“ für den Nutzer anfühlt.

Bspw. stellen Sie fest, dass Chris sehr designaffin ist und einen großen Wert auf Ästhetik legt. Somit ist wichtig, dass egal wie Sie den Prozess digitalisieren. Er muss optisch ansprechend und modern umgesetzt sein.

Und vielleicht stellen Sie dabei auch fest, dass diese Aspekte der Lösung bei Ihrer internen Betrachtung gar nicht so relevant gewesen wäre. Denn Sie sind es heute vielleicht gewohnt, mit zweckmäßigen, jedoch nicht ansprechend gestaltete Benutzeroberflächen zu arbeiten 🙂

Voilà ein erster Schritt im Perspektivwechsel ist getan!


Haben Sie schon einmal mit Moodboards gearbeitet? Wie sind Ihre Erfahrungen mit Empathie im Legal Tech? Ich freue mich auf einen spannenden Austausch!


[1] Für alle Interessierten, die tiefer in die Welt der Emotionen und deren Einfluss auf das Kaufverhalten von Menschen eintauchen möchten:
BRAIN VIEW – Warum Kunden kaufen
Autor: Dr. Hans-Georg Häusel
ISBN 978-3-648-06536-5


Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.

Ich arbeite seit über 15 Jahren in der Digitalbranche und habe so einige Digitalisierungswellen miterlebt. Ich bin Expertin und Speakerin für Digitalstrategie, Digitale Produktentwicklung, Nutzerzentrierung und Innovation. Da ich eine Macherin bin, liegt mir das reine Beobachten allerdings nicht so gut. Daher möchte ich die Digitalisierung der Legal Branche mitgestalten. Man braucht ja ambitionierte Ziele.

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